Donnerstag, Dezember 7, 2023

Autotransporter aus Bentwisch (bei Rostock) sind gefragt

Bentwisch. Bei der FSN Fahrzeugbau GmbH in Bentwisch wurde am Freitag (10. November 2023) eine neue Produktionshalle von 2100 Quadratmetern für den Fahrzeugbau eingeweiht. Kunden, Kooperationspartner und rund 40 Mitarbeiter feierten die Fertigstellung des Investitionsvorhabens. „Wir haben rund 3,5 Millionen Euro investiert, um der gestiegenen Nachfrage nach Sonderfahrzeugen gerecht zu werden. Mit dem Neubau wurde die überdachte Produktionsfläche verdoppelt“, betont Andreas Schmidt, Geschäftsführer der FSN Fahrzeugbau GmbH. Ausgerüstet ist die Halle mit modernster Technik, darunter ein leistungsfähiger Kran mit Vakuumhebetechnik. Eine Laserschneidanlage und CNC-Kanttechnik für die Metallbearbeitung folgen im Frühjahr.

Auf dem Gelände und in der Halle konnten die Gäste besichtigen, was derzeit boomt: Autotransporter mit Kofferaufbauten sowie Bau- und Entsorgungsfahrzeuge mit Kranen von Palfinger. „In Absprache mit den Kunden entstehen die besonderen Autotransporter, die vor allem für hochwertige Fahrzeuge verwendet werden. Hinter GFK-Sandwichplatten sind Prototypen (Erlkönige) oder Oldtimer nicht zu erkennen“, erzählt Andreas Schmidt. Eine spannende neue Herausforderung für die Fahrzeugbauer aus Bentwisch sei es beispielsweise, Fahrzeug-Trailer zu konstruieren und zu bauen, die mehrere E-Mobile mit teilweise über 2,5 Tonnen Leergewicht transportieren können.

„Wir als mittelständischer Fahrzeugbetrieb entwickeln, konstruieren und produzieren Fahrzeuge nach Kundenwunsch, in der Regel keine Serien“, erklärt Axel Erdmann, geschäftsführender Inhaber der Firmengruppe Ferdinand Schultz Nachfolger. Nahezu jede Branche benötige spezielle Fahrzeuge: Bautransporter mit Kran, Kühlfahrzeuge oder auf spezielle Baumaschinen zugeschnittene Tieflader.

Für die Rostocker Bürger stehe FSN vermutlich zuerst für die VW- und Skoda-Autohäuser, aber für Unternehmer in Deutschland und Europa sei FSN ein „Partner für exklusive Sonderfahrzeuge“, betont Axel Erdmann (73). Er führt seit 1990 das Familienunternehmen, das er aus der Treuhand heraus reprivatisierte. Ursprünglich war die Firma für Drahtgeflechte und Zäune 1868 vom Rostocker Ferdinand Schultz gegründet worden. Nach Kriegszerstörung und Neubeginn im Osthafen folgte die Enteignung von Vater Rolf Erdmann zur DDR-Zeit und die Weiterführung als VEB Metallwerkstätten Warnow, der dem Schiffbau zulieferte. „Für mich war 1990 schnell klar, dass das Unternehmen neu ausgerichtet werden musste. Mit der kleinen noch vorhandenen Reparatur-Werkstatt für Moskwitsch und Wolga fing dann alles an“, sagt Axel Erdmann rückblickend.

Kontinuierlich wurde das Portfolio von Autohaus und Reparaturservice erweitert. Wichtige Säulen der Firmengruppe Ferdinand Schultz Nachfolger sind inzwischen neben den Autohäusern die Fördertechnik mit Gabelstaplern und der Fahrzeugbau. „Wir haben uns der Mobilität verschrieben. Bei uns dreht sich alles um Räder“, betont Erdmann. Zur Gruppe gehören derzeit 460 Mitarbeiter und 40 Lehrlinge. Der Umsatz wird im Jahr 2023 bei ca. 120 Millionen Euro liegen. Der wirtschaftliche Erfolg sei sicherlich dem Umstand geschuldet, dass das Unternehmen breit aufgestellt ist und als eingespieltes Team funktioniert, meint Axel Erdmann.

Fahrzeugbau-Geschäftsführer Andreas Schmidt ist seit 1990 bei FSN und schwärmt von seinem Job. Das Tüfteln und Suchen nach praktikablen Lösungen liegt dem 65-Jährigen im Blut. Für ein Fahrzeug werden je nach Anforderung 40 bis 2000 Arbeitsstunden aufgewendet. Seine 38 Mitarbeiter vom Konstrukteur bis zum Fahrzeugbauer leisteten sehr verantwortungsvolle Arbeit, so Schmidt. Fünf weitere Techniker sollen demnächst eingestellt werden.

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