Mittwoch, Juli 17, 2024

50Hertz erhält Baurecht für Hansa PowerBridge

Schwerin. Wirtschafts- und Energieminister Reinhard Meyer hat an das Unternehmen 50 Hertz Transmission GmbH offiziell die Planfeststellungsbeschlüsse für die Teilabschnitte Landtrasse und Küstenmeer des Vorhabens „Hansa PowerBridge“ übergeben.

Die Planfeststellungsverfahren beinhalteten die Errichtung und den Betrieb des grenzüberschreitenden Unterwasserkabels Hansa PowerBridge als 300-kV-Gleichstromkabel zwischen Deutschland und Schweden. Damit ist Baurecht für das Erdkabel an Land sowie das vorgelagerte Küstengewässer bis zur 12-Seemeilenzone geschaffen. „Zukünftig soll CO2-freier Strom aus Schweden und anderen verbundenen skandinavischen Ländern nach Deutschland transportiert werden. In Zeiten überschüssigen Stroms aus erneuerbaren Energien in Deutschland kann dieser über die neue Verbindung nach Schweden transportiert werden und dort verbraucht oder in schwedischen Wasserkraftwerken gespeichert werden. Damit trägt Mecklenburg-Vorpommern einen wichtigen Teil zu einer sicheren Energieversorgung bei“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Die Hansa PowerBridge ist eine in der Planung befindliche Land-Seekabelverbindung, die vom Umspannwerk in Güstrow über Fischland durch die Ostsee nach Schweden verläuft. Hintergrund ist, dass Deutschland und Schweden ihre Stromnetze über diese Gleichstromleitung miteinander verbinden wollen. Überbrücken soll die etwa 300 Kilometer lange Distanz ein sogenannter Interkonnektor, die Hansa PowerBridge. Der Interkonnektor hat die Aufgabe, mehrere unabhängige Netze zusammenzuschalten.

Netzverknüpfungspunkte für das Gleichstromkabel mit einer Spannung von 300 Kilovolt (kV) sind Hurva (Schweden) und Güstrow (Deutschland). Das Gesamtvorhaben erstreckt sich im deutschen Teil vom Umspannwerk Güstrow über eine kurze Strecke als Wechselstrom-Landkabeltrasse bis zur geplanten Konverteranlage in Lüssow, von dort über eine Gleichstrom-Landkabeltrasse bis zur Anlandestelle am Strand von Dierhagen Ost und verläuft danach als Gleichstrom-Seekabeltrasse im Küstenmeer und über die anschließende deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) bis zum Übergabepunkt an der schwedischen AWZ. Ab dort ist der schwedische Übertragungsnetzbetreiber Svenska kraftnät verantwortlich.

Nach ihrer Fertigstellung soll die Hansa PowerBridge nach Angaben des Betreibers einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des deutschen Strompreises, zur Sicherung des Übertragungsleitungsnetzes sowie zur indirekten Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien leisten. Schweden verfügt über große Mengen an Wasserkraft zur Stromerzeugung sowie Stauseen zur Speicherung.

 

 

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