Dienstag, April 23, 2024

Für 2023 erwartet das LBBW Research eine milde Rezession

Die anhaltend hohe Inflation, die Krisensituation am Energiemarkt und Folgen des Ukrainekriegs bedeuten Gegenwind für die Wirtschaft in Deutschland. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpft dieses Jahr gemäß den Prognosen des LBBW Research um 0,5 Prozent.

Deutschland rutscht damit in eine leichte Rezession.

Diese Entwicklung betrifft auch Mitteldeutschland – in dieser Region fällt die Rezession mit -0,1 Prozent vergleichsweise milder aus als etwa in Hessen mit -1,0 Prozent oder in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit jeweils -0,9 Prozent. Enge wirtschaftliche Verflechtungen sowie die guten infrastrukturellen Verbindungen kommenden den drei
Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zugute. Vergleichsweise am besten steht Sachsen da: Der Freistaat geht den Prognosen zufolge zumindest nicht mit einem Minus vor der Null aus dem Krisenjahr 2023 heraus. Schärfer trifft es hingegen Sachsen-Anhalt mit – 0,3 Prozent, gefolgt von Thüringen mit – 0,2 Prozent. Der wirtschaftliche Ausblick für 2023 fällt also bestenfalls durchwachsen aus.

Warum die Prognose für 2023 noch moderat ausfällt und keine schärfere Rezession zu verzeichnen ist, liegt an mehreren Gründen: Zum einen sind die Großhandelspreise für Energie Anfang dieses Jahres gesunken, zum anderen wurde eine Gasmangellage
vermieden. Unterbrochene Lieferketten funktionieren wieder, weil China seine Null-Covid-Politik beendet hat. Die Inflation steigt nicht weiter an, sie bleibt aber ein Risiko für die konjunkturelle Entwicklung.

Erholung in 2024: Mitteldeutschlands Wirtschaft wächst um 1,1 Prozent.

Im kommenden Jahr dürfte sich die Wirtschaft laut LBBW Research weitgehend erholen – die mitteldeutsche Wirtschaft legt um + 1,1 Prozent zu. Damit wächst das BIP dieser Region sogar stärker als das BIP der Bundesrepublik Deutschland, dessen Wachstum auf
1,0 Prozent prognostiziert wird. Für die Bundesländer Sachsen und Thüringen wird jeweils ein leichtes Plus von 1,2 Prozent erwartet, Sachsen-Anhalts Wirtschaft wächst nur um 0,7 Prozent. Zum Vergleich: Die größte Wirtschaftsleistung im Jahr 2024 könnte Berlin mit 2,0
Prozent hinlegen, Nordrhein-Westfalen schneidet mit 0,5 Prozent gegenüber allen anderen Bundesländern ab schlechtesten ab. Bayern liegt in den Prognosen mit einem BIP von 1,4 Prozent vor Brandenburg mit 1,3 Prozent.

Leichter Aufschwung für das Jahr 2025 prognostiziert

Bis Ende 2025 dürfte die mitteldeutsche Wirtschaft also wieder mehr Fahrt aufnehmen und sich erholen. Für Deutschland wird dann ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent erwartet. Die Leistungsstärke mitteldeutscher Industrien wächst mit 1,5 Prozent im Gleichklang mit der Gesamtwirtschaft Deutschlands. Thüringen wächst mit 1,7 Prozent
stärker als das BIP von Deutschland. Nur Berlin (2,2 Prozent), Baden-Württemberg (2 Prozent) und Bayern (1,9 Prozent) wachsen stärker als Thüringen (1,7 Prozent).

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