Donnerstag, April 18, 2024

VDMA Ost: Sachsens Maschinenbau erholt sich 2022 weiter

Leipzig, 16.03.2023. Nach dem tiefen Einschnitt 2020 geht es für Sachsens Maschinen- und Anlagenbau schrittweise wieder aufwärts. 2022 verzeichneten die Betriebe eine Umsatzsteigerung von nominal 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese ist vor allem auf ein Plus bei Inlandsaufträgen zurückzuführen. Das geht aus den Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen für Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern hervor.

Die 194 sächsischen Maschinenbau-Unternehmen dieser Betriebsgröße verkauften im Jahr 2022 Maschinen, Anlagen, Komponenten und Dienstleistungen im Wert von 7,7 Milliarden Euro – im Jahr 2021 erzielten sie 7,4 Milliarden Euro, 2020 waren es 6,7 Milliarden Euro. “Bereits 2021 ging es wieder aufwärts, jetzt hat die Branche ihren Erholungsprozess fortgesetzt. Allerdings bleibt sie auch weiterhin deutlich unter den Umsatzzahlen, die vor der Pandemie erzielt wurden”, sagt Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Ost. So lag der Gesamtumsatz 2019 auf dem Allzeithoch von 8,3 Milliarden Euro. Die Umsatzsteigerung 2022 führt Köhn vor allem auf die gute Auftragslage, zum Teil aber auch auf die Inflation zurück. So konnten die Unternehmen Preissteigerungen für Material und Komponenten teilweise an die Kunden weiterreichen.

Inlandsgeschäft bringt Umsatzplus 2022

Der Umsatz mit Inlands- und Auslandskunden war im Jahr 2022 nahezu ausgeglichen – die Steigerungsraten unterscheiden sich jedoch. So trug insbesondere das Inlandsgeschäft der sächsischen Maschinenbau-Unternehmen zum Umsatzplus bei. Der Binnenumsatz legte gegenüber 2021 um 8 Prozent zu und kletterte von 3,6 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden Euro (2022).

Dagegen stieg der Auslandsumsatz 2022 gegenüber dem Vorjahr leicht um 2 Prozent beziehungsweise 65 Millionen Euro auf knapp 3,8 Milliarden Euro. Stärkster Handelspartner war wie in den vergangenen Jahren China. Darüber hinaus setzen die Unternehmen vielfach auf Geschäfte mit den USA, Frankreich und der Tschechischen Republik.

Die Exportquote lag demnach bei 49,1 Prozent und erneut deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 82 Prozent. “Das ist ein Fakt, der uns seit jeher begleitet. In Ostdeutschland ist vor allem Sachsen für seine Hidden Champions im Maschinen- und Anlagenbau und die weltweiten Geschäfte bekannt. Doch es gibt auch viele kleinere Mittelständler, die sich auf Kunden in Deutschland konzentrieren oder als Zulieferer nur indirekt am Export beteiligt sind”, erklärt Köhn. Dies hängt mit den kleineren Betriebsgrößen zusammen. So erschweren die geringeren personellen und finanziellen Ressourcen die Auslandsaktivitäten.

Beschäftigung bleibt etwa auf Vorjahresniveau

In den sächsischen Maschinenbau-Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiteten im Jahr 2022 durchschnittlich 33.532 Menschen. “Das sind trotz der dynamischen Personalplanungen der Branche nur 59 mehr als im Vorjahr. Die Gründe lassen sich nur vermuten. Zum einen könnte die schwierige Suche nach qualifizierten Mitarbeitern eine Rolle spielen, insbesondere in technischen Berufsfeldern. Zum anderen hallt ein Statistikeffekt nach. So wies die Statistik im Jahr 2020 noch 209 Betriebe aus, 2021 waren es 197 Firmen und 2022 noch einmal drei weniger”, erläutert Köhn.

Ausblick auf 2023 ist verhalten optimistisch

Im Vergleich der ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlin steht Sachsens Maschinen- und Anlagenbau bei Umsatz und Beschäftigtenzahlen weiterhin an erster Stelle. “2022 war mit seinen geopolitischen Krisen, den Handelsbarrieren im wichtigen Markt China sowie den gestörten Lieferketten ein schwieriges Geschäftsjahr. Unter diesen Rahmenbedingungen haben die Betriebe eine beachtliche Jahresbilanz hingelegt”, blickt der Landesverbandsgeschäftsführer zurück.

Der Entwicklung im Jahr 2023 sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen. “Die gute Auftragslage, das hohe Auftragspolster und die gute Stimmung unter vielen Unternehmen stimmen mich zuversichtlich, dass sich der Wachstumstrend fortsetzt. Allerdings gibt es auch viele Einflussfaktoren, die wir momentan nicht abschätzen können. Wir müssen daher abwarten, wie sich die Inflation entwickelt, ob sich die Lage in den Zulieferketten weiter entspannt, ob die internationalen politischen Krisen gelöst werden und wie die Unternehmen die Fachkräftesituation meistern”, sagt Köhn.

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