VDMA Ost: Maschinenbauer in Brandenburg legen 2021 zu – Berliner Unternehmen halten Vorjahresergebnis

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  • Brandenburger Unternehmen profitieren vom Inlandsgeschäft
  • Berliner Betriebe weiter mit hohem Exportanteil
  • Beschäftigung geht in beiden Bundesländern zurück

Leipzig. Die Maschinenbau-Betriebe der Hauptstadtregion mit mindestens 50 Beschäftigten haben 2021 eine unterschiedliche Entwicklung hingelegt: Während die Brandenburger Unternehmen an die Geschäfte vor der Pandemie anknüpften, verharrten die Firmen aus Berlin auf dem schwachen Vorjahresniveau. Die Beschäftigungskurve zeigte in beiden Bundesländern nach unten. Das geht aus den Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor.

Die 30 statistisch erfassten Brandenburger Maschinen- und Anlagenbauer dieser Größenordnung verkauften im vergangenen Jahr Maschinen, Anlagen, Komponenten und Dienstleistungen im Wert von 617 Millionen Euro. Sie steigerten ihren Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent. “Die Branche in Brandenburg hat damit die Verluste des Vorjahres nahezu ausgeglichen und fast wieder das Umsatzniveau des erfolgreichen Jahres 2019 erreicht”, sagt Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Der Berliner Maschinen- und Anlagenbau verzeichnete dagegen nach den hohen Umsatzeinbußen 2020 einen weiteren, wenn auch moderaten Rückgang. Die 30 Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitenden erzielten einen Gesamtumsatz von 1,8 Milliarden Euro – das ist rund 1 Prozent weniger (22 Millionen Euro) als 2020. “Dass die anziehende Auftragslage nicht zu einem Umsatzwachstum geführt hat, liegt vor allem an einem Sondereffekt. Die Statistik wies im Jahresdurchschnitt 2021 vier Unternehmen weniger aus als ein Jahr zuvor”, erklärt Köhn.

Brandenburg mit hohem Inlandsumsatz, Berlin in China stark
Der Erfolg der Brandenburger Firmen ist vorrangig auf den Inlandsumsatz zurückzuführen. Dieser stieg im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 384 Millionen Euro und lag damit höher als in den umsatzstarken Jahren vor der Pandemie. Ausländische Kunden kauften Waren im Wert von rund 233 Millionen Euro – das brachte ein Umsatzplus von 4 Prozent. Insgesamt gingen vier von zehn Maschinenbau-Produkten (38 Prozent) ins Ausland, so wenige wie in keinem anderen ostdeutschen Bundesland. China, Polen und Großbritannien waren die größten Abnehmermärkte.

Berlins Maschinen- und Anlagenbau lebt indes vom Auslandsgeschäft. Umso härter hatte der kräftige Umsatzeinbruch die Unternehmen im Jahr 2020 getroffen. Diese rückläufige Entwicklung wurde 2021 gestoppt, der Auslandsumsatz stagnierte jedoch bei 1,25 Milliarden Euro. Seit 2017 ist China der wichtigste Handelspartner: Jedes vierte exportierte Produkt ging 2021 in das Land. Der zweite zentrale Auslandsmarkt sind die USA. Weniger Umsatz als im Vorjahr erwirtschafteten die Berliner Maschinenbau-Betriebe mit deutschen Kunden. Er sank um 5 Prozent auf rund 600 Millionen Euro. Die Exportquote kletterte demnach um 1 Prozentpunkt auf gut 68 Prozent. Im ostdeutschen Branchenvergleich weist nur Mecklenburg-Vorpommern einen höheren Auslandsanteil am Gesamtumsatz auf (82 Prozent).

In Berlin und Brandenburg ähnlich hoher Stellenabbau
Die wirtschaftliche Entwicklung hatte sich bereits 2020 in fallenden Beschäftigtenzahlen niedergeschlagen – 2021 setzte sich der Trend in abgeschwächter Weise fort. Das Statistische Landesamt erfasste im Jahresdurchschnitt 30 Brandenburger Maschinenbau-Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten. In diesen arbeiteten zirka 3.900 Menschen – ein Jahr davor waren es rund 4.050 Frauen und Männer (minus 3,4 Prozent). In den 30 Berliner Maschinenbau-Firmen dieser Größenordnung fiel die Zahl der Mitarbeitenden von 7.650 auf 7.350 Menschen (minus 4 Prozent).

2022 zusätzliche Herausforderungen, aber auch Chancen
Eine verlässliche Prognose für 2022 ist Köhn zufolge derzeit nicht möglich. “Ob direkt oder indirekt: Der Krieg in der Ukraine wird das Geschäft der Maschinen- und Anlagenbauer beeinflussen. Wie stark, können wir derzeit nicht absehen. Allerdings beobachten wir eine zunehmende Unsicherheit in den Kundenbranchen, drastische Störungen in den weltweiten Zulieferketten sowie weitere Preissteigerungen für Material und Rohstoffe”, erläutert der Landesverbandschef. Nicht zu unterschätzen sind auch die weitere Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen Auswirkungen auf betriebliche Quarantäneregelungen, Vertriebsaktivitäten sowie Reisemöglichkeiten. Gerade im China-Geschäft kämpfen die Unternehmen mit weitreichenden Restriktionen.

Trotz der Ungewissheit ist der Geschäftsführer des VDMA Ost grundsätzlich vom Wachstum der Branche überzeugt. “Die Ansiedlung von Tesla in Grünheide hat bereits zu weiteren Investitionsanfragen und Industrieansiedlungen geführt. Damit sind auch neue Geschäftschancen für den Maschinen- und Anlagenbau in der Hauptstadtregion verbunden”, sagt Köhn.

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