W+M-Umfrage zur Perspektive 2021: Neuer Aufschwung oder Dauerkrise? Teil 3 – Tobias Gebhardt Geschäftsführer GWA Hygiene GmbH, Stralsund

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Die Corona-Pandemie traf 2020 die ostdeutsche Wirtschaft vollkommen unvorbereitet. Doch die Folgen fielen höchst unterschiedlich aus: Während ganze Branchen herbe Umsatzeinbußen und Kurzarbeit verkraften mussten, haben andere Unternehmen in der Pandemie neue Geschäftsfelder für sich entdeckt. Wirtschaft + Markt hat ostdeutsche Unternehmer nach ihren Erfahrungen mit der Pandemie und ihren Erwartungen für das neue Jahr befragt.

Folge 3:

Tobias Gebhardt,
Geschäftsführer GWA Hygiene GmbH, Stralsund
Branche: Gesundheitswirtschaft

Die GWA Hygiene GmbH in Stralsund entwickelt unter der Marke „NosoEx“ Technologie-Produkte vor allem für Krankenhäuser mit einem besonderen Fokus auf die Infektionsprävention. Das mehrfach ausgezeichnete Unternehmen wurde 2015 als Spin-off der Hochschule Stralsund ausgegründet.

W+M: Herr Gebhardt, wie war ihr Unternehmen bzw. ihre Branche in 2020 von der außergewöhnlichen Pandemie-Situation betroffen?


Tobias Gebhardt: Die Corona-Pandemie haben wir als Anreiz für neue Produktentwicklungen genommen. Ein Beispiel ist die individuelle Gestaltung einer Säule mit Desinfektionsmittelspender. Die Säulen, an denen die Spender befestigt sind, können an das jeweilige Kundendesign angepasst werden. Da wir in Mecklenburg-Vorpommern in einem touristisch geprägten Bundesland tätig sind, haben wir damit den Handel, Restaurants und Hotels ausgestattet. Gleichzeitig haben wir Kooperationen und Projekte mit internationalen Desinfektionsmittelanbietern angestoßen, etwa mit dem skandinavischen Marktführer Kiilto aus Finnland. Die Hersteller von Desinfektionsmitteln erkennen zunehmend, dass ihre Kunden ganzheitliche Lösungen wünschen.

W+M: Welche Erwartungen und Projekte verbinden Sie mit dem neuen Jahr 2021?

Tobias Gebhardt: Einige System-Installationen wurden im vergangenen Jahr von den Kunden verschoben, da es zum Teil nicht gestattet war, die Krankenhausstationen für eine Installation zu betreten. 2021 wollen wir dies nachholen. Zudem bauen wir auf einen Post-Corona-Effekt. Es herrscht nun ein geschärftes Bewusstsein für das Thema Hygiene, das vor der Pandemie häufig nur unter dem Kostenaspekt gesehen wurde. Wir möchten die vorhandenen Hygiene-Teams in Gesundheitseinrichtungen weiter unterstützen und unser System als digitalen Assistenten für die Krankenhaushygiene etablieren, auch in Hinsicht auf weitere Krankenhausinfektionen jenseits von Covid-19.

W+M: Was sollten Bund und Länder nun zur Ankurbelung der Wirtschaft unternehmen?

Tobias Gebhardt: Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), mit dem 4,3 Milliarden Euro Fördervolumen für die Digitalisierung der Krankenhauslandschaft bereitgestellt werden, ist ein wichtiger Schritt, weil es die Finanzierung von digitalen Vorhaben für die Krankenhäuser deutlich erleichtern wird. Darüber hinaus sind aber weitere neue Ansätze für das deutsche Gesundheitssystem erforderlich. Dazu sollten Bund und Länder insbesondere innovative Startups einladen, gemeinsam eine Vision für das Gesundheitswesen in Deutschland zu entwickeln und umzusetzen.

 

 

 

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