ifo-Prognose: Erholung der ostdeutschen Wirtschaft dauert länger als erwartet

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Dresden, 22. Dezember 2020 – Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaft in Ostdeutschland und Sachsen um 3,6 und 4,1 Prozent wachsen (Deutschland: plus 4,2 Prozent). Der neuerliche Lockdown führt jedoch dazu, dass die Erholung der Wirtschaft länger dauert als noch im Sommer erwartet. Im Jahr 2020 dürfte die Wirtschaftsleistung in Ostdeutschland um minus 4,4 Prozent geringer ausfallen; in Sachsen dürfte das Bruttoinlandsprodukt sogar um minus 5,0 Prozent schrumpfen (Deutschland: minus 5,1 Prozent). Damit fällt der coronabedingte Einbruch etwas schwächer aus als in der Sommerprognose des ifo Instituts angenommen.

Auch im zweiten Halbjahr des Jahres 2020 wird die Entwicklung der Wirtschaft durch die Corona-Krise belastet. Während aber im ersten Halbjahr sowohl konsumnahe Dienstleistungen als auch die Industrie stark betroffen waren, entwickelte sich die Industrie im zweiten Halbjahr robuster. „Anders als im ersten Halbjahr blieben die internationalen Lieferketten im zweiten Halbjahr weitgehend intakt“, sagt Konjunkturexperte Joachim Ragnitz von der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts. „Zudem wurden die Produktionsausfälle in der Industrie zum Teil wieder aufgeholt, anders als in vielen Dienstleistungsbereichen.“

Auch im kommenden Jahr dürften sich die konsumnahen Dienstleistungen nur langsam erholen. „Erst mit Abflachen des Infektionsgeschehens und Aufhebung der Einschränkungen, ist mit einer Erholung im Dienstleistungsbereich zu rechnen“, erklärt Ragnitz weiter. Gedämpft wird das Wachstum aber auch durch die schwachen Investitionen der Unternehmen, da bei unterausgelasteten Kapazitäten und hoher Unsicherheit Investitionsentscheidungen zurückgestellt wurden. Das wiederum dämpft auch die Entwicklung im Baugewerbe.

Im laufenden Jahr erwartet das ifo Institut eine Abnahme der Zahl der Erwerbstätigen in Ostdeutschland um knapp 65 Tausend Personen, davon fast 21 Tausend im Freistaat Sachsen (jeweils minus 0,8 bzw. minus 1,0 Prozent). Im Jahr 2021 dürfte die Erwerbstätigkeit aber wieder leicht um 8 000 bzw. 2 000 Personen zunehmen (jeweils plus 0,1 Prozent).

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