Nord/LB: Sachsen-Anhalt kommt besser durch Corona als andere Länder

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Magdeburg. Die Corona-Pandemie hat eine tiefe Rezession ausgelöst. Sachsen-Anhalt ist ein Spiegelbild der allgemeinen gesamtwirtschaftlichen Situation in Deutschland. Unterschiede ergeben sich jedoch aus der abweichenden Wirtschaftsstruktur, die nach Einschätzung der NORD/LB sich eher vorteilhaft für die Wirtschaftserholung in Sachsen-Anhalt auswirken könnte.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich vor allem die Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt gut behauptet. Sie verzeichnete bis Ende Mai ein Umsatzplus von zehn Prozent. Auch die pharmazeutische Industrie legte um 1,4 Prozent zu. Das Bauhauptgewerbe hat in Sachsen-Anhalt in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres keinen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Vielmehr legte es gegenüber 2019 um 7,8 Prozent zu. Der Wohnungsbau hat stagniert, so dass das aktuelle Wachstum laut Studie der Nord/LB ausschließlich aus dem gewerblichen Bau sowie dem öffentlichen Bau und dem Straßenbau resultierte. Der Einzelhandelsumsatzindex hat im Mai mit einem Wert von 115 Indexpunkten den Vorjahreswert (112) sogar leicht übertroffen.

Rückläufig waren in Sachsen-Anhalt hingegen die folgenden Branchen: Chemieindustrie (minus 3,6 Prozent), Papierindustrie (minus 11,2 Prozent), Metallerzeugung und -bearbeitung (minus 24,6 Prozent), Maschinenbau (minus14,8 Prozent), die Herstellung von Metallerzeugnissen (minus 12,6 Prozent), die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (minus 5,9 Prozent) und die Papierindustrie (minus 11,2 Prozent). Darüber hinaus waren – wie auch in Deutschland insgesamt – die Gastronomie und der Reiseverkehr/Tourismus bis Mai negativ von den Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie betroffen. Nach Einschätzung der NORD/LB-Analysten dürfte Sachsen-Anhalt aber vom Trend zum Urlaub in Deutschland profitieren.

Die Corona-Pandemie hat laut Studie auch auf dem Arbeitsmarkt Spuren hinterlassen. So lag die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt im Juli 2020 13,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Dies ist allerdings einer der niedrigsten Zuwachsraten aller Bundesländer. Die Arbeitslosenquote lag in Sachsen-Anhalt im Juli bei 8,0 Prozent (Vorjahresmonat sieben Prozent).

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