Wirtschaft und Markt

Startschuss für Zukunftsprojekt NEXCELL

Dr. Wolfgang Blank, Copyright Danny Gohlke: Wirtschaftsministerium MV

Teterow. In Mecklenburg-Vorpommern startet ein innovatives Verbundforschungsprojekt im Bereich der Medizintechnik. Das Unternehmen Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG aus Teterow, die RoweMed AG – Medical 4 Life aus Parchim sowie die Universität Rostock werden zusammen mit der Universitätsmedizin Rostock eine hochautomatisierte und umfassend digitalisierten Zell- und Gentherapie-Plattform – NEXCELL – entwickeln.

Das Land fördert das Vorhaben mit rund 8,2 Millionen Euro. Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, begründet die Förderung: „Wir investieren in innovative Forschung für eine moderne personalisierte Medizin und stärken Mecklenburg-Vorpommern als zukunftsfesten Standort der Gesundheitswirtschaft.“ Die Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation“, die aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen. Das Verbundvorhaben ordnet sich in die Regionale Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung des Landes MV 2021-2027 im Aktionsfeld „Medizintechnik und Biotechnologie“ ein. Die Bewilligung der Mittel erfolgte durch die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH.

 Die industriellen Partner werden in dem Projekt eine neue Gerätegeneration zur automatisierten Herstellung von therapeutischen Zellen entwickeln. Die NEXCELL-Plattform wird technologische Neuerungen integrieren, um standardisierte klinische Herstellungsprozesse mit höchster Produktqualität, automatisierter Analytik, durch künstliche Intelligenz (KI)-optimiertes Datenmanagement und größtmöglicher Praktikabilität zu ermöglichen. Das Verbundprojekt soll der Motor sein, um mittelfristig ein neues Entwicklungs- und Anwendungszentrum für personalisierte Zell- und Gentherapien in Rostock aufzubauen.

Gleichzeitig werden an der Universität Rostock die grundlegenden Arbeiten durchgeführt, um diese Therapien weiter zu erforschen und für Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen. Mit neuen Lösungen für die Herstellung von Zelltherapeutika soll NEXCELL den Weg für patientennahe und zukunftsweisende Behandlungsmöglichkeiten ebnen.

Die medizinische Forschung steht an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter: Zell- und Gentherapien eröffnen neue Möglichkeiten für die Behandlung schwerer und bislang unheilbarer Erkrankungen wie Krebs oder Autoimmunkrankheiten. Durch den gezielten Einsatz maßgeschneiderter Zellen von Patientinnen und Patienten selbst können Krankheiten nicht nur gelindert, sondern in vielen Fällen dauerhaft geheilt werden.

„Mit diesem Projekt machen wir einen weiteren Schritt hin zur vereinfachten Herstellung komplexer Therapien und damit auch einen Schritt zur besseren Verfügbarkeit dieser Therapien am Standort Rostock“, sagt Christian Thombansen, Projektleiter bei Miltenyi Biotec.

Bereits in der Vergangenheit haben erfolgreiche Technologieförderprojekte in Teterow entscheidende Impulse gesetzt. So entstanden aus diesen Vorhaben unter anderem wichtige technologische Vorläufer des heutigen CliniMACS Prodigy® Systems, mit dem CAR-T-Zellen für die klinische Anwendung hergestellt werden können. Das System wird mittlerweile weltweit eingesetzt. „Die Förderung durch das Land hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Standort Teterow in den letzten 20 Jahren von 80 auf rund 600 Mitarbeitende wachsen konnte“, betont Stefan Miltenyi, der Gründer des gleichnamigen Unternehmens.

Mit den geplanten Förderungen werden nun weitere Meilensteine erreicht: Neben der Technologieförderung für den NEXCELL-Verbund soll an der Universitätsmedizin Rostock ein neues Entwicklungs- und Anwendungszentrum für innovative Krebstherapien entstehen. Beide Initiativen – NEXCELL sowie das Entwicklungs- und Anwendungszentrum – werden starke Impulse für die Region setzen und Mecklenburg-Vorpommern als bedeutenden Standort für moderne Zell- und Gentherapien weiter etablieren. Mit erfolgreicher Umsetzung des Verbundforschungsprojektes sollen über 40 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen.

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