Freitag, Dezember 2, 2022

Brandenburgs Tourismus hat noch Aufholbedarf

Potsdam. Die bisherige statistische Bilanz des Tourismusjahres 2021 (für die Monate Januar bis August) weist bedingt durch die Dauer der coronabedingten Einschränkungen im Vergleich zu 2020 einen weiteren Rückgang von 12,6 Prozent aus. Die Dimension des Rückgangs wird im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 besonders deutlich: Die Zahl der Übernachtungen ist von rund 9,9 Millionen für die ersten acht Monate 2019 auf jetzt 6,25 Millionen gesunken, und dies in allen Angebotssegmenten. Vergleicht man die Sommermonate Juni bis August, ist der Rückgang allerdings deutlich geringer ausgefallen. Hier gab es im Vergleich zu 2020 ein leichtes Plus von 1,6 Prozent, obwohl erste internationale Reiseziele ebenfalls wieder um Gäste warben.

Während die naturnahen, autarken Angebote wie Camping, Ferienhäuser/-wohnungen und der Bootstourismus moderatere Verluste im Vergleich zu 2019 verzeichnen, gibt es den gravierendsten Einschnitt bei Hotellerie, Gasthöfen und Pensionen. Dort sind die Übernachtungszahlen im Zeitraum Januar bis August von 4,767 Millionen im Jahr 2019 auf 2,631 Millionen 2021 zurückgegangen – ein Minus von 45 Prozent. „Insbesondere die Tagungswirtschaft wird sich dauerhaft auf Veränderungen einstellen müssen“, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach angesichts der aktuellen Zahlen.

„Die Branche ist noch weit von der Normalität entfernt. Es ist also richtig, wenn wir derzeit noch in hohem Maße Unterstützungsleistungen anbieten, damit wir die Strukturen so weit erhalten, dass in absehbarer Zeit wieder eigenständiges wirtschaftliches Handeln möglich wird“, erklärte der Minister mit Verweis auf die umfangreichen Hilfen vom Bund und Land. Von 44.600 Anträgen in den verschiedenen Überbrückungshilfen einschließlich der November- und Dezemberhilfen kamen über 12.200, also mehr als ein Viertel, aus dem Tourismusbereich. Noch höher ist der Anteil bei den ausgezahlten Hilfen: Von 652 Millionen Euro flossen rund 40 Prozent (262 Millionen Euro) allein an die Tourismuswirtschaft.

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