Ostdeutscher Sparkassenverband erwartet Ausweg aus Minuszinspolitik

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Berlin, 31. August 2021.   Die 43 Mitgliedssparkassen im Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV) engagieren sich weiter für die Menschen und die heimische Wirtschaft, trotz Regulierungswut, Minuszinsen und Margenverfall. Der Geschäftsführende OSV-Präsident Dr. Michael Ermrich und Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Zender stellten am Dienstag vor Journalisten in Berlin klar, dass die Sparkassen ihre Marktführerschaft verteidigen werden.

Ermrich erneuerte seine Kritik an der Minuszinspolitik der EZB, die wesentliche marktwirtschaftliche Prinzipien aushebele. Sie treffe vor allem Kleinsparer, die nicht auf Aktien und Wertpapiere setzen können. Insbesondere deren Altersvorsorge werde erschwert. „Die EZB belohnt Hedge-Fonds und straft Vorsorge-Sparer. Zudem verfehlt die EZB ganz offensichtlich mit ihrer Politik deutlich ihre festgesetzte eigene Zielinflation. Wir benötigen einen breiten, gesellschaftlichen Dialog über Auswege aus der misslichen Lage.“

Ermrich verwies auf die steigende Inflation. Sie liege bei vier Prozent, fünf bis sechs Prozent seien möglich, die Zinsen lägen deutlich unter der Inflation.

„Damit werden alle Modelle, die neben der gesetzlichen Rente auch auf private Vorsorge setzten, beispielsweise die Riester-Rente zur Makulatur, denn die Grundannahmen stimmen nicht mehr. Darum sehe ich jetzt die Politik in der Verantwortung, hier Ausgleich zu schaffen, denn wir haben zunehmend Rentnerinnen und Rentner, die von ihrer gesetzlichen Rente, trotz lebenslanger Arbeit, nicht mehr leben können.

Sparen, Altersvorsorge und Sparkassen sind in Deutschland untrennbar miteinander verbunden. Wir erwarten von der Politik, besonders von der neuen Bundesregierung, dass sie sich weiterhin klar zum Erfolgsmodell Sparkasse bekennen und allen europäischen Versuchen entgegentreten, einen Griff in die Geldbeutel der Sparer und der Sparkassen zu versuchen. Wir erwarten auch, dass Versuche, unser Geschäftsmodell über europäische Gesetzgebung und Regulierung zu schädigen, ein Riegel vorgeschoben wird.

Kundennähe bleibt

Ermrich stellt klar, dass die Sparkassen die Pandemie und die Folgen gut bewältigen. Sie haben dazu beigetragen, dass gut geführte, erfolgreiche Unternehmen Corona-bedingte Durststrecken überbrücken. Dabei fanden sie für alle Kunden passende Lösungen. Zudem vertrauten die Kunden den Sparkassen mehr Geld denn je an.

Prophezeiungen einzelner Wissenschaftler, die mittelständischen Kunden würden die Corona-Krise als Folge mangelnder Aufträge nicht überleben, so dass in der Folge Sparkassen und Volksbanken untergehen, habe die Realität überholt. „Sparkassen gibt es noch und an ihrer Seite ist auch der ostdeutsche Mittelstand erfolgreich.“

Ausdrücklich warnte Ermrich vor zu viel Bürokratie zu Lasten von Kunden und Sparkassen. Beispielhaft verwies er auf das Urteil des BGH zu AGB-Änderungsverfahren. Ein eingespieltes System wurde in Frage gestellt. Die Kunden müssen künftig nahezu allen Entgeldänderungen schriftlich zustimmen und je nach Verfahren eine Papierflut hinnehmen. Dies betreffe übrigens nicht nur Sparkassen, sondern alle anderen Anbieter, wie z. B. Stromversorger. Ermrich versprach den Kunden praktische, elektronisch gestützte Lösungen.

 

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