W+M-Umfrage zur Perspektive 2021: Neuer Aufschwung oder Dauerkrise? Teil 5 – Dr. Carsten Mahrenholz, Geschäftsführer COLD­PLAS­MA­TECH GmbH, Greifswald

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Die Corona-Pandemie traf 2020 die ostdeutsche Wirtschaft vollkommen unvorbereitet. Doch die Folgen fielen höchst unterschiedlich aus: Während ganze Branchen herbe Umsatzeinbußen und Kurzarbeit verkraften mussten, haben andere Unternehmen in der Pandemie neue Geschäftsfelder für sich entdeckt. Wirtschaft + Markt hat ostdeutsche Unternehmer nach ihren Erfahrungen mit der Pandemie und ihren Erwartungen für das neue Jahr befragt.

Folge 5:

Dr. Carsten Mahrenholz
Geschäftsführer COLD­PLAS­MA­TECH GmbH, Greifswald
Branche: Gesundheitswirtschaft

Die mehrfach ausgezeichnete COLD­PLAS­MA­TECH GmbH aus Greifswald, eine Ausgründung aus dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V., hat eine innovative Art der Wundbehandlung mit kaltem Plasma entwickelt. Die patentierte Active Glow Technologie unterstützt die Wundheilung und die Bekämpfung selbst multiresistenter Keime.

W+M: Herr Dr. Mahrenholz, wie war ihr Unternehmen bzw. ihre Branche in 2020 von der außergewöhnlichen Pandemie-Situation betroffen?

Dr. Carsten Mahrenholz: Diese Frage muss man auf verschiedenen Ebenen beantworten. Die Wundbehandlung von Patienten lief unabhängig von der Pandemie natürlich weiter. Es gab auch Anfragen, ob unsere Technologie auch zur Bekämpfung von COVID-19, etwa bei der Dekontamination von Masken, eingesetzt werden kann. Da war aber schnell klar, dass es dazu kostengünstigere und einfachere Methoden gibt. Daraus ein neues Geschäftsfeld zu generieren, hätten wir deshalb als unlauter empfunden.

Junge, innovative Unternehmen wie COLD­PLAS­MA­TECH benötigen zum Wachstum aber auch Investorenkapital. Da haben wir im vergangenen Jahr festgestellt, dass es auf Investorenseite aufgrund der Pandemie eine größere Zurückhaltung gab. Private Investoren zeigten sich risikoaverser, institutionelle Investoren haben ein „cherry-picking“ betrieben, sich also auf wenige ausgesuchte Investments beschränkt.

W+M: Welche Erwartungen und Projekte verbinden Sie mit dem neuen Jahr 2021?

Dr. Carsten Mahrenholz: Unsere Planungen haben sich erst einmal nicht geändert. Die Nachfrage nach unseren Produkten wie etwa dem CPTpatch, einer sterilen, aktiven Wundauflage, besteht ja fort. Generell lassen sich die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auswirkungen aber nur schwer einschätzen.

W+M: Was sollten Bund und Länder nun zur Ankurbelung der Wirtschaft unternehmen?

Dr. Carsten Mahrenholz: Die Bundesregierung hat ja im Frühjahr ein Hilfspaket zur Unterstützung von Start-ups beschlossen, das auf zwei Säulen beruhte. Für Unternehmen, die nicht bereits über private Wagniskapitalgeber finanziert wurden, sollten die Mittel aus der zweiten Säule über die Landesförderinstitute ausbezahlt werden. Diese sind aber erst sehr spät geflossen, zum Teil erst während der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Da haben Unternehmen über ein halbes Jahr auf die notwendige Unterstützung warten müssen. Generell wäre es wünschenswert, wenn die Politik die Zielgruppe solcher Förderungen aktiver mit in die Planung einbezieht. Das geschieht bisher noch viel zu selten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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