W+M-Umfrage zur Perspektive 2021: Neuer Aufschwung oder Dauerkrise? Teil 4 – Julianne Utz-Preußing, Geschäftsführerin PALMBERG, Schönberg

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Die Corona-Pandemie traf 2020 die ostdeutsche Wirtschaft vollkommen unvorbereitet. Doch die Folgen fielen höchst unterschiedlich aus: Während ganze Branchen herbe Umsatzeinbußen und Kurzarbeit verkraften mussten, haben andere Unternehmen in der Pandemie neue Geschäftsfelder für sich entdeckt. Wirtschaft + Markt hat ostdeutsche Unternehmer nach ihren Erfahrungen mit der Pandemie und ihren Erwartungen für das neue Jahr befragt.

Folge 4:

Julianne Utz-Preußing
Geschäftsführerin PALMBERG Büroeinrichtungen + Service GmbH, Schönberg
Branche: Möbelindustrie

Die PALMBERG Büroeinrichtungen + Service GmbH mit Sitz in Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den bedeutendsten Unternehmen der deutschen Büromöbelindustrie. Sie produziert an zwei Standorten hochwertige Büroeinrichtungen für den europäischen Markt.

W+M: Frau Utz-Preußing, wie war ihr Unternehmen bzw. ihre Branche in 2020 von der außergewöhnlichen Pandemie-Situation betroffen?

Julianne Utz-Preußing: Wir profitierten bisher vom vorhandenen Auftragsvolumen aus der Vor-Corona-Zeit und konnten zu hundert Prozent unsere Möbel ausliefern. Trotzdem sind wir uns natürlich der Situation bewusst, in der es seit Pandemiebeginn gilt, unseren Fachhandelspartnern jegliche Unterstützung zukommen zu lassen, die derzeit möglich ist. Dabei ist vor allem extreme Kundennähe inklusive moralischem Support wichtig, sei es digital oder unter Einhaltung der gängigen Hygieneregeln vor Ort. So haben wir ein Zehn-Tage-Schnelllieferprogramm innerhalb weniger Tage implementiert und kommuniziert. In diesem Rahmen haben wir außerdem eine ganze Reihe neuer Verkaufs- und Akquisematerialien zur Verfügung gestellt. Ebenfalls ist es für uns sehr wichtig, auch unseren Mitarbeitern vorhandene Ängste durch intensive und transparente Kommunikation, soweit wie möglich zu nehmen.

W+M: Welche Erwartungen und Projekte verbinden Sie mit dem neuen Jahr 2021?

Julianne Utz-Preußing: Mit unserer Hygieneschutzwand BARRIO haben wir beispielsweise innerhalb kürzester Zeit eine für uns neue Produktlinie ins Portfolio aufgenommen. Sie ist sowohl als Acryl-, als auch als Einscheibensicherheitsglas-Variante verfügbar und für Kassen/Empfangsbereiche ebenso geeignet wie für den Einsatz an Schreibtischen oder auf Besprechungstischen. Auch unsere neuen Maxi- und Multipanels der Serie TERIOPLUS wirken als Barriere gegen eine Tröpfcheninfektion im Büro.

Wir wollen auch in dieser extremen Phase unsere Kunden mit unterschiedlichen Maßnahmen proaktiv unterstützen, etwa mit einem Mix aus sehr kurzen Lieferzeiten über das gesamte Produktportfolio, einer maximalen Flexibilität bei Sonderlösungen und kurzfristigen Anfragen sowie einer einhundertprozentigen Zustellpünktlichkeit verbunden mit der gewohnten PALMBERG-Qualität.

W+M: Was sollten Bund und Länder nun zur Ankurbelung der Wirtschaft unternehmen?

Julianne Utz-Preußing: Es reicht irgendwann nicht mehr, Monat für Monat Hilfspakete in Form von Krediten zu verteilen. Das ist eine Verschiebung der Notlage auf später, zumal viele Betriebe in der Tourismus-, Gastronomie- und Kulturbranche die Ausfälle nie mehr aufholen können. Uns als Unternehmen hat die Krise gelehrt: Wer nachhaltig wirtschaftet, ist krisenresistenter. Ich finde es daher wichtig, finanzielle Hilfen an nachhaltige Geschäftsmodelle und Investitionen zu knüpfen. Darauf sollten sich Bund und Länder konzentrieren und weniger darauf, schon vor Corona kriselnde Branchen künstlich am Leben zu erhalten. Denn dass sich eine Krise anbahnte, war auch vor Corona schon zu spüren, das Virus hat den Ausbruch nur stark beschleunigt. In einem Wirtschaftspodcast hörte ich neulich den Satz: „Corona ist wie ein Tsunami – fegt alles weg, was keine Substanz hat.“ Diesen Satz finde ich alarmierend und wahr zugleich.

 

 

 

 

 

 

 

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