Vermögensverwaltung durch Banken: Das sollten Anleger beachten

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Vermögenden Individuen fehlt es häufig an Zeit oder fachlicher Expertise, um sich mit den eigenen Investitionen und dem Geschehen an der Börse auseinanderzusetzen. Banken und Sparkassen bieten Anlegern die Möglichkeit, die Verwaltung ihrer Finanzen in professionelle Hände zu legen. Um die persönlichen Investmentziele zu erreichen, ist eine individuelle Anpassung des Portfolios an die Situation des Anlegers unerlässlich – Banken präsentieren jedoch häufig ein Standardkonzept mit hauseigenen Investmentprodukten. Auf folgende Aspekte sollten Anleger daher bei einer Vermögensverwaltung durch Banken besonders Acht geben. Von Torsten Reidel.

Stimmt das Portfolio mit Ihren persönlichen Zielen überein?

Je nach Anlegertyp und individueller Erwartungshaltung an das Investment sollte auch die Anlagestrategie und Portfoliogestaltung variieren. Langfristiger Vermögensaufbau, Vermögenserhalt oder private Altersvorsorge: Welches Ziel verfolgt der Anleger? Die Zielsetzung hat beispielweise Einfluss auf Faktoren wie den Anlagehorizont oder die Renditeerwartung. Ein standardisiertes Konzept, das Banken oftmals anbieten, wird der individuellen Situation des Anlegers jedoch nicht gerecht und führt meist zu einer Verfehlung der ursprünglichen Investmentziele. Bei einer Vermögensverwaltung durch Banken sollte deshalb besonderer Wert auf Transparenz gelegt werden: Fragen Sie Ihren Bankberater, wie Ihr Portfolio genau strukturiert ist und ob es wirklich zu Ihren persönlichen Anforderungen passt.

Welche Vorteile hat die Bank durch Ihr Depot?

Neben den Zielen des Anlegers steht im standardisierten Privatkundengeschäft, dem Retail Banking, ein weiteres Ziel im Fokus der Vermögensverwaltung: die erzielte Provision. Wenn Sie sich als Anleger entscheiden, Ihre Finanzen in die Hände einer Bank zu legen, sollten Sie sich dieser systembedingten Zielsetzung bewusst sein. Häufig wählen Banken bei der Portfoliozusammensetzung Fonds, die von Vertriebspartnern oder aus dem hauseigenen Investmentbanking stammen, um so die „Marge pro Kunde“ zu erhöhen. Der Bankberater könnte sich deshalb in einem Interessenkonflikt befinden – Stellen Sie also sicher, dass die Produkte in Ihrem Portfolio nicht nur für die Bank profitabel sind und achten Sie bei der Wahl des Vermögensverwalters auf Expertise in den Bereichen Research und Service.

Können versteckte Kosten entstehen?

Laufende Gebühren und Vermittlungsprovisionen können schnell zu unerwarteten Kostenpunkten in der Vermögensverwaltung durch Banken führen. Anleger sollten sich im Klaren darüber sein, dass neben dem Bankberater weitere Parteien wie Fondsmanager, Kapitalanlagegesellschaften oder Depotbanken von ihrem Portfolioerfolg profitieren. Analysieren Sie deshalb genau, an wen und in welcher Höhe Bestands- und Vermittlungsprovisionen ausgezahlt werden und ob die Gewinnprovisionen der Fonds an die Wertentwicklung eines speziellen Index gekoppelt sind. Im Zweifel kann es passieren, dass Sie Provision zahlen, obwohl der Wert des Portfolios sinkt. Weitere Kostenpunkte, die nicht in der Gesamtkostenquote auftauchen und deshalb nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, sind Ausgabeaufschläge, erfolgsabhängige Gebühren, Transaktionskosten sowie Verwaltung- und Depotbankgebühren.

Fazit

Achten Sie bei einer Vermögensverwaltung durch Banken stets auf Transparenz in Hinblick auf die Portfoliogestaltung und Kostenauflistung. Stellen Sie dabei sicher, dass das Erreichen Ihrer persönlichen Anlageziele für einen langfristigen Portfolioerfolg im Fokus des Finanzdienstleisters steht und keine Interessenkonflikte entstehen, für die Ihre Finanzen herhalten müssen.

Torsten Reidel, Foto: Grüner Fisher Investments GmbH

Über den Autor

Torsten Reidel ist Geschäftsführer der Grüner Fisher Investments GmbH. Die Grüner Fisher Investments GmbH ist eine wachstumsstarke, unabhängige Vermögensverwaltung. Das Unternehmen wurde 1999 von Thomas Grüner gegründet. Seit der amerikanische Milliardär Ken Fisher, dessen Vermögensverwaltung in den USA zurzeit mehr als 122 Mrd. US-Dollar managt, Mitte 2007 eine Beteiligung an dem Unternehmen erworben hat, lautet der Firmenname Grüner Fisher Investments GmbH.

 

 

 

 

 

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