Harry Glawe: Wir werden konsequent weiter neue Märkte erschließen

0
292

Fotos: Olaf Kosinsky, Pixabay, W+M (v. l.)

Harry Glawe (CDU), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, im Interview mit W+M-Chefredakteur Karsten Hintzmann

W+M: Herr Glawe, wie wirkt sich die komplizierter gewordene Lage auf internationalen Märkten – etwa durch Trumps Strafzölle, die fortgesetzten EU-Sanktionen gegen Russland, die Situation in der Türkei und den bevorstehenden Brexit – auf die Wirtschaft in Ihrem Bundesland aus?
Harry Glawe: Sanktionen und Gegensanktionen, teure Kredite und eine hohe Inflation führen global zu mehr Unsicherheit und Zurückhaltung. Dennoch: Massive Auswirkungen spüren wir noch nicht. Wichtig ist zu erkennen, dass es im Kern immer darum geht, vermeintliche Vorurteile abzubauen und Vertrauen zueinander aufzubauen. Das gelingt durch Austausch. Im Zentrum steht eher das, was uns eint und verbindet. Im Rahmen des 3. Russland-Tages im Oktober wurden Ansatzpunkte für weitere Kooperationen ausgelotet.

W+M: Was tun die Landesregierung und Ihr Ministerium konkret, um mittelständischen Unternehmen bei der Erkundung und Erschließung ausländischer Märkte zu helfen?
Harry Glawe: Wir machen viel auf diesem Gebiet. Die politische Flankierung ist auch ein Türöffner für die heimische Wirtschaft. Wir unterstützen die Unternehmen deshalb unter anderem durch Delegationsreisen, auf Informationsveranstaltungen sowie durch die Teilnahme an Messen und Ausstellungen. Für ihren Auftritt können die Unternehmen zudem Messe- und Ausstellungsförderung erhalten.

W+M: Welche Länder sind für Ihr Bundesland die wichtigsten Handelspartner?
Harry Glawe: Wichtige Außenhandelspartner sind für uns Polen, die Niederlande, Russland, Dänemark und Finnland. Im Jahr 2017 wurden Waren im Wert von 13,4 Milliarden Euro aus Mecklenburg-Vorpommern exportiert oder ins Land importiert. Damit wurde der Außenhandelsrekord aus dem Jahr 2015 eingestellt. Viel wichtiger als jede Rekordzahl ist, dass sowohl der Import als auch der Export Arbeitsplätze im Land sichern. Wir werden deshalb konsequent weiter neue Märkte erschließen.

W+M: Als Wirtschaftsminister fungieren Sie auch als Türöffner für den Mittelstand. Welche Länder haben Sie in diesem Jahr besucht?
Harry Glawe: Die gibt es. Im April leitete ich eine Wirtschaftsdelegationsreise nach Portugal. Hier haben wir konkret für den boomenden Markt der Gesundheitswirtschaft geworben. Hier ist viel Potenzial. Aktuell ist eine weitere Reise in die Schweiz geplant. Auch durch die intensive Werbung ist es gelungen, den Weltkonzern Nestlé für Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern. In Schwerin werden heute Kaffeekapseln produziert. Mit der Ansiedlung des Medizintechnikunternehmens YpsoMed konnte ein Schweizer Branchenführer im Bereich der Diabetes-Medikation für unser Land gewonnen werden. Das  wachsende Interesse an unserem Bundesland nutzen wir für weitere Ansiedlungen.

W+M: An dieser Stelle können Sie drei Exportschlager „made in Mecklenburg-Vorpommern“ nennen. Welche würden Sie stellvertretend erwähnen?
Harry Glawe: Nur drei? Ich packe gern noch ein paar dazu: Nestlé habe ich schon erwähnt. Die Cortronik GmbH aus Rostock entwickelt und produziert implantierbare Gefäßstützen (Stents). In Waren (Müritz) werden bei der Mecklenburger Metallguss GmbH die weltgrößten Schiffsschrauben hergestellt. Die Liebherr-MCCtec Rostock GmbH entwickelt und fertigt Schiffs-, Hafenmobil- und Offshorekrane. Die ME-LE Biogas GmbH Torgelow setzt Maßstäbe bei der Planung, beim Bau und Vertrieb von Biogasanlagen. Die Trolli GmbH produziert am Standort Hagenow Süßwaren, bekannt sind vor allem die Gummitiere. Wir heißen Investoren herzlich Willkommen in Mecklenburg-Vorpommern.

Hinterlassen Sie eine Nachricht

Please enter your comment!
Please enter your name here