Chef der Investitionsbank Sachsen-Anhalt Manfred Maas unter Druck

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Magdeburg. Der Chef der Investitionsbank (IB) Sachsen-Anhalt Manfred Maas lässt seinen Posten ruhen, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung (MZ). Hintergrund der überraschenden Maßnahme ist die Zeitzer Stadtwerkeaffäre um Einladungen zu Bundesligafußballspielen. Es soll um mehr Einladungen gehen als bisher bekannt gewesen ist. Dazu laufen staatsanwaltliche Ermittlungen, deshalb sollen bei der Investionsbank in Magdeburg nun auch von Ermittlern Unterlagen gesichert worden sein. Die Entwicklung ist überraschend, weil es schien, als drohten Maas in der Zeitzer Stadtwerkeaffäre keine Konsequenzen. Ende Januar 2017 hatte die Mitteldeutsche Zeitung aufgedeckt, dass unter anderem Bankchef Maas auf Einladung der Stadtwerke Zeitz Spiele des FC Schalke 04 und des FC Bayern München besucht hatte. Nach einer monatelangen Prüfung hatte die Nord/LB Maas allerdings entlastet. Man habe „keine gravierenden Verstöße“ gegen die damaligen Ethikregeln festgestellt, teilte die Bank damals mit.
Der gebürtige Saarländer Maas kam nach der Wende nach Sachsen-Anhalt. Der Aufbau Ost sei sein „Lebenselixier“, hat der 64-Jährige mal gesagt. Der verheiratete Vater zweier Kinder hat das Landes-Wirtschaftsministerium seit 1990 als Abteilungsleiter mit aufgebaut, stieg später zum Staatssekretär auf. 2004 wurde er dann Chef der landeseigenen Investitionsbank. Er baute die Förderbank auf und entwickelte zahlreiche Programme zur Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft. So wurden EU-Gelder in Fonds angelegt, aus denen Unternehmen heute Darlehen beziehen können. Auch bei der Abwicklung der Fluthilfeprogramme 2013 sorgte Maas dafür, dass beispielsweise Soforthilfen schnell ausgezahlt wurden. Die IB übernimmt zudem für die Ministerien die Abwicklung von Förderprogrammen. Ins Zwielicht geriet auch Maas durch die Berateraffäre und besonders jenen dubiosen Millionenvertrag, den das Finanzministerium 2013 über den Umweg der Investitionsbank (IB) am Landtag vorbeischleuste. Auftragnehmer war das Wirtschaftsinstitut ISW in Halle. Der Rechnungshof kritisierte einen Verstoß gegen die Transparenzregeln. Mehr

Foto: Pixabay

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