Wirtschaft im Osten leidet sehr unter Bevölkerungsschwund

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Berlin. Seit Jahren versucht Ostdeutschland, wirtschaftlich zum Westen der Republik aufzuschließen. Wenn jedoch keiner dort bleiben will, stehen die Chancen schlecht. Auch die Politik ist ratlos, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung Christian Hirte (CDU) erwartet, dass das Wirtschaftswachstum in Ost- und Westdeutschland in den nächsten Jahren wieder stärker auseinanderklafft. Grund dafür sei der starke Einwohnerschwund. „Die Bevölkerungsentwicklung spielt eine ganz große Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Das heißt, dass es eher schwieriger wird, dass das Bruttoinlandsprodukt in den neuen Bundesländern in den nächsten Jahren deutlich wächst“, sagte Hirte. Nach vorläufigen Zahlen der Statistischen Landesämter betrug das Wirtschaftswachstum in den fünf ostdeutschen Ländern im vergangenen Jahr 1,4 Prozent, in den westdeutschen 2,3 Prozent. Allein in Thüringen, der Heimat von Hirte, wird nach Prognosen die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2035 um 29 Prozent zurückgehen – und damit schneller als die Bevölkerung insgesamt. Auch Ökonomen wie die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen Gertrud Traud sehen darin einen Belastungsfaktor für die ostdeutsche Wirtschaft. Auf solche Entwicklungen müsse bei der Strukturförderung nach Ende des Solidarpakts 2019 reagiert werden, forderte Hirte. „Wir haben Regionen, da sind knapp 50 Prozent der arbeitsfähigen Leute ausgewandert.“ Das habe zu gesellschaftlichen Verwerfungen geführt, die heute noch nachhallten. Mehr

Foto: Rolf Handke/pixelio.de

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